EIN ABSCHLUSS AN DER UNIVERSITÄT MUSS KEIN TRAUM BLEIBEN

Anders als heute waren die Werdegänge der Schüler früherer Generationen schon mit Eintritt in die Sekundarstufe 1 (5. Klasse, Gymnasium, Realschule usw.) faktisch vorbestimmt. Es gab zwei Hauptwege:

  • Abitur – Studium – Berufseinstieg
  • Realschulabschluss (ggf. auch Fachabitur oder Hauptschulabschluss) – Ausbildung – Berufseinstieg.

Auch damals gab es Ausnahmen, aber in einem viel geringeren Maße als heute. Das System ist wesentlich flexibler geworden.

Mittlerweile gibt es diverse Alternativen, die zum Ziel Hochschulabschluss führen. Haben Sie vielleicht nicht direkt durch den Besuch des Gymnasiums das Abitur erworben? Die Tür zum Studium bleibt für Sie deshalb keineswegs verschlossen.

VOM HAUPTSCHULABSCHLUSS ZUR UNIVERSITÄT BIS HIN ZUM AKADEMISCHEN TRAUMBERUF – ALLES IST MÖGLICH

Auf den ersten Blick erscheint es unmöglich, doch über den zweiten Bildungsweg ist dies zwar ein holpriger, aber ein möglicher und auch machbarer Weg. Wer fleißig ist und ein Ziel vor Augen hat, kann es schaffen.

AN WELCHEN SCHULEN KÖNNEN QUALIFIZIERTE ABSCHLÜSSE ERWORBEN WERDEN

Nahezu jede Schule ist für einen qualifizierten Schulabschluss geeignet. Sie müssen nur den Willen und das Ziel vor Augen haben, dann steht Ihnen nichts im Wege, den Abschluss an folgenden Schulen nachzuholen:

  • Volkshochschule
  • Abendschule (Abendrealschule, Abendgymnasium)
  • Weiterbildungskolleg
  • Berufsausbildung (dual)
  • Berufskollegs

Volkshochschulen, Abendschulen und Weiterbildungskollegs sind allen Menschen zugänglich. Sie können hier vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur alles nachholen. Sie entscheiden selbst, wie der nächste Schritt in Ihrer Karriere aussieht.

SCHULABSCHLUSS UND BERUFSAUSBILDUNG MIT DEM ZIEL HOCHSCHULE

Der Erwerb eines Schulabschlusses im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung ist etwas komplizierter. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, je nach erlerntem Beruf, Schule, Bundesland und Vorqualifikation. In der Regel erwirbt man mit einer abgeschlossenen Ausbildung automatisch den Hauptschulabschluss bzw. die Fachoberschulreife. Die Durchschnittsnote im Berufsschulzeugnis ist in diesem Fall relevant.

An Berufskollegs gibt es die Möglichkeit, über die Fachoberschule (FOS) die Fachhochschulreife (FHR) und das Abitur nachzuholen. Die Fachoberschule ist eine Schulform, an der Sie die Fachhochschulreife (Fachabitur) oder das Abitur erwerben können.

Wichtig hierbei ist: Der Erwerb erster Berufserfahrung.

Diesen Teil können Sie entweder über eine abgeschlossene Ausbildung, eine feste Berufstätigkeit, Zivildienst oder auch das freiwillige soziale Jahr erfüllen. Es gibt flexible Modelle, die je nach Bundesland unterschiedlich sind. Was für Sie relevant ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

STUDIUM ODER BERUFSAUSILDUNG – ODER BEIDES

Hat man den gewünschten Schulabschluss über den ersten oder zweiten Bildungsweg erreicht, stellt sich für viele die Frage: Was nun? Arbeiten oder studieren? Beide Wege führen letztendlich zum Ziel „Hochschule“.

Unternehmen und Personalentscheider sehen in der Regel lieber den Weg der Berufsausbildung und eines anschließenden Studiums.

Aus eigener Erfahrung in der Personalberatung wissen wir, dass Sie es mit einem abgeschlossenen Studium aber ohne Berufserfahrung, schwerer haben werden, den Berufseinstieg schnell zu finden.

Nach einer Ausbildung und ggf. auch einer Tätigkeit von ein bis zwei Jahren im Ausbildungsbetrieb können Sie dann immer noch studieren. Sie können berufsbegleitend studieren oder ein Vollzeitstudium aufnehmen. Darüber hinaus ist auch ein Teilzeitstudium möglich, sofern der Arbeitgeber einverstanden ist, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Fazit: Ein Studium nach einer Ausbildung ist ein sehr gut gangbarer Weg. Wenn Sie jedoch nach der Ausbildung zuerst Karriere machen möchten und dann studieren, geht Ihnen unter Umständen viel Zeit verloren und möglicherweise haben Sie auch nicht mehr die nötige Energie, wieder in den Lernmodus umzuschalten.

UNIVERSITÄT BZW. (FACH)HOCHSCHULE OHNE ABITUR – GEHT DAS

Sicher denken einige noch heute, dass es heißt: Kein Abitur, studieren unmöglich. Doch das ist falsch!

Inzwischen haben Sie selbst an Universitäten die Chance, auch ohne Abitur einen Studienplatz zu ergattern. Hier gibt es aber Unterschiede.

UNIVERSITÄT

Es werden jedes Jahr einige Plätze an beruflich qualifizierte Studienanwärter, die kein Abitur haben, vergeben.

Voraussetzung: Abgeschlossene Berufsausbildung, Erwerb der Fachhochschulreife und erste Berufserfahrung nach der Ausbildung. Dazu kommen weitere Kriterien, die von Universität zu Universität in Deutschland variieren.

Mit etwas Glück und in diesem Fall brauchen Sie Glück, da nur wenige Studienplätze vergeben werden, können Sie auch mit Fachabitur an einer Universität studieren. Die genauen Auswahlkriterien differenzieren je nach Universität.

(FACH)HOCHSCHULE

Mit der Berufserfahrung wird der NC* quasi aus dem Weg geräumt. Studieninteressierte, die den NC nicht erreichen, können über die sogenannten Wartesemester dennoch einen Studienplatz erhalten. Die Wartesemester errechnen sich anhand der gesammelten Berufserfahrung und Ausbildungszeit (die Ausbildungszeit wird nicht an jeder Universität anerkannt).

Hochschulen setzen vermehrt auf berufserfahrene Studenten, daher hat man sehr gute Chancen, trotz verpasstem NC einen Platz zu bekommen. Allerdings benötigen Sie definitiv die Fachhochschulreife.

Gesamtfazit: Heute hat jeder gute Chancen, einen Hochschulabschuss zu erwerben. Man kann es also durchaus schaffen, wenn man will.

Angelo Salzmann

Angelo Salzmann

Ich selbst habe mich für den Weg zuerst Ausbildung, dann Berufserfahrung und im Anschluss für ein Studium entschieden. Welche Erfahrungen ich im Studium sammeln werde, dazu folgen zu einem späteren Zeitpunkt meine Erfahrungsberichte.

Sollten Sie Fragen haben, dann schreiben Sie mir.

In unserer Übersicht über Hochschulen in Düsseldorf sehen Sie eine Auswahl mit Studienangeboten.

*NC: Numerus Clausus ist die Note, die mindestens benötigt wird, um eine Zulassung an Schulen, Hochschulen und Universitäten zu erhalten.

 

Autor: Angelo Salzmann