WAS IST EIN FREISCHUSS?

Schon davon gehört, dass du bereits nach 8 Semestern mit der 1. Jura-Prüfung (Staatsexamen) starten kannst?

Was sagen die Vorschriften zum Thema Freischuss in NRW?

In § 25 Abs. 1 JAG NRW heißt es:

Meldet sich ein Prüfling spätestens bis zum Abschluss des achten Fachsemesters eines ununterbrochenen Studiums zur Ablegung aller Prüfungsleistungen der staatlichen Pflichtfachprüfung und besteht er die Prüfung nicht, so gilt diese als nicht unternommen (Freiversuch). Ein weiterer Freiversuch ist ausgeschlossen.

 

Maximal 3 Prüfungsversuche

Nimmst du also diese Möglichkeit wahr, so hat man in NRW dann insgesamt 3 Versuche, die staatliche Pflichtprüfung des ersten Staatsexamens zu bestehen. Hast du den Freiversuch bestanden, kannst du sogar deine Note verbessern, wenn du es möchtest.

Führt man sich nun die regelmäßige Durchfallquote von 20-30% z. B. anhand der ersten juristischen Staatsprüfung am OLG Köln vor Augen, so ist die Wahrnehmung des Freischusses, vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Sollte der erste Versuch schief gehen, so hat man schon die Prüfungssituation vor dem JPA kennengelernt. Klingt alles soweit schön und plausibel.

Nehmen wir mal an, man nimmt den Freiversuch wahr, um einfach mal zu sehen, wie so die Prüfungssituation vor dem JPA ist. Man hat sich unter Zeitdruck vorbereitet, hier und da sind ein paar Lücken und die Vorbereitung hätte besser laufen können. Du bekommst nun die Rechnung und hast nicht bestanden. Ist man am Ende dann wirklich so cool und verdrängt diese Niederlage aus seinem Kopf? Zumal du dir bewusst machen musst, dass der Prüfungsstress nun von vorne los geht. Du musst 6 Klausuren à 5 Stunden schreiben und natürlich kommt noch die mündliche Prüfung.

Die gleiche Situation ergibt sich, wenn im vorliegenden Falle nur knapp bestanden wurde und man mit der Note nicht zufrieden ist, sie sogar verbessern möchte. Am Ende des Tages wurde das Studium möglicherweise nicht verkürzt.

Das solltest du beachten!

Eins ist sicher, fahrlässig sollte man mit dem Freischuss keinesfalls umgehen, sondern diesen nur wahrnehmen, wenn man sich wirklich gut vorbereitet hat und man sich auch vorbereitet fühlt.

Fühlst du dich bis zum achten Semester für die staatliche Pflichtprüfung nicht komfortabel, so erscheint es doch sinnvoller, dir ein wenig mehr Zeit zu nehmen und im regulären Versuch deine maximale Leistung abzurufen. 

Der Freischuss sei „Quatsch“ sagen erfahrene Personen auf der Seite LTO aus dem Fachbereich Jura, das sollte aber nicht so verallgemeinert werden.

Am Ende muss natürlich jeder selber für sich wissen, welchen Weg er einschlägt. Nichts ist unmöglich und es gibt zahlreiche Fälle von Prüflingen, die bereits im Freiversuch ein überdurchschnittliches Resultat erreicht haben. In dem Fall hast du viel Zeit gespart und bist deinem Ziel ein Stück näher gerückt.

Diese Verlängerung gilt im zweiten Staatsexamen dann leider nicht mehr.

In diesem Sinne – gutes Gelingen.

Diesen Artikel hat geschrieben:

Denys Rezhets

Denys arbeitet seit 2014 als Werkstudent bei uns im Unternehmen. Er studiert in Bonn Rechtswissenschaften und bereitet sich auf das Staatsexamen vor.

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