Talent Sourcing

Definition und Bedeutung von Talent Sourcing

Talent Sourcing bezeichnet den Prozess der Identifizierung und Gewinnung von qualifizierten und potenziell passenden Kandidaten für offene Stellen in einem Unternehmen. Es ist ein wesentlicher Schritt im Rekrutierungsprozess und bildet die Grundlage für den Aufbau einer talentierten und vielfältigen Belegschaft.

Anders gesagt: Es wird aktiv nach passenden Talenten im Arbeitsmarkt gesucht. Da der Prozess zuweilen sehr aufwendig ist, bedarf es einer guten Planung und einer sehr guten Vernetzung. Durch den Fachkräftemangel, der sich durch viele Branchen zieht, ist der Suchprozess wesentlich aufwendiger geworden.

Arbeitgeber müssen heute mehr Klimmzüge in Kauf nehmen als noch vor 10 bis 15 Jahren. Sie müssen für Ihr Unternehmen werben und sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.

Vorgehensweise beim Talent Sourcing

Die Vorgehensweise beim Talent Sourcing kann je nach Unternehmen, Branche und Rekrutierungsbedarf variieren, umfasst aber im Allgemeinen folgende Schritte:

Anforderungsanalyse

Die Personalabteilung oder die Hiring Manager:innen arbeiten eng mit den Vorgesetzten zusammen, um die genauen Anforderungen und Qualifikationen für die zu besetzende Stelle zu definieren. Dies umfasst die Aufstellung eines klaren Stellenprofils (Ideal-Kandidat:in heißt in der Fachsprache Candidate-Persona) und das Verständnis der spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen, die der ideale Kandidat mitbringen sollte.

Es wird ein Ideal—Profil (Candidate-Persona) erstellt, an dem man sich eng orientieren sollte.

Zielgruppendefinition

Auf Basis der Anforderungsanalyse wird eine Zielgruppe von Kandidaten identifiziert, die über die erforderlichen Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen verfügen könnte. Diese Zielgruppe kann sich aus verschiedenen Quellen zusammensetzen, wie beispielsweise passive Kandidaten, die derzeit nicht aktiv auf Jobsuche sind, oder aktive Kandidaten, die bereits auf Stellenanzeigen reagiert haben.

Diese Kandidaten-Liste wird als Longlist bezeichnet.

Sourcing-Strategie

Basierend auf der Zielgruppendefinition entwickelt das Sourcing-Team eine Strategie, um potenzielle Kandidaten zu identifizieren und anzusprechen. Dies kann eine Kombination aus internen Datenbanken, externen Jobportalen, sozialen Medien, professionellen Netzwerken, Talent-Messen und anderen Ressourcen beinhalten 

Hier haben sich zwei Netzwerke besonders etabliert, und zwar LinkedIn und Xing. Diese beiden Plattformen verfügen über enorme Datenmengen von „Bewerbern“ im Allgemeinen. Sie für ein bestimmtes Unternehmen zu begeistern, ist an dieser Stelle in der Regel noch ein langer Weg.

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Aktive Suche und Ansprache

Das Sourcing-Team führt eine aktive Suche durch, indem es potenzielle Kandidaten identifiziert und direkt anspricht. Dies kann durch E-Mails, InMail-Nachrichten, Telefonanrufe oder persönliche Kontaktaufnahme erfolgen, um das Interesse der Kandidaten für die offene Position zu wecken. Welche Strategie richtig ist, hängt von der jeweiligen Stelle und Branche ab.

Eine Portion Hartnäckigkeit sollte ein Recruiter an den Tag legen, denn die Rückmeldequoten haben sich in den letzten Jahren durch verschiedene äußere Einflüsse verändert. Viele Kandidaten befinden sich in einer komfortablen Position und brauchen mehr Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile diverse IT-Tools /Programme, die diesen Prozess aktiv unterstützen.

Kandidatenbewertung

Sobald potenzielle Kandidaten identifiziert und angesprochen wurden, wird eine erste Bewertung durchgeführt. Dies kann anhand von Lebensläufen, Telefoninterviews oder anderen Screening-Methoden erfolgen, um sicherzustellen, dass die Kandidaten den grundlegenden Anforderungen entsprechen.

Danach wird eine Kandidaten-Liste zusammengestellt, man spricht von einer Shortlist.

Vorstellung der Kandidaten

Nachdem die potenziellen Kandidaten:innen in einem ersten Screening verifiziert wurden, werden sie dem eigentlichen Recruiting-Team oder den Hiring-Managern:innen für weitere Interviews und Auswahlverfahren vorgestellt.

Follow-up und Beziehungspflege

Der Talent-Sourcing-Prozess endet nicht mit der Vorstellung an das Recruiting-Team. Sourcing-Experten pflegen Kontakte zu vielversprechenden Kandidaten, auch wenn sie nicht sofort für eine bestimmte Stelle infrage kommen. Dies hilft, Talentpools aufzubauen, aus denen bei späteren Bedarfen geschöpft werden kann. Ein Talentpool ist nur dann nützlich, wenn er auch dauerhaft gepflegt wird, sonst verpuffen diese Kontakte, wie der Dampf in der Sonne.

Die kontinuierliche Verbesserung der Talent-Sourcing-Strategie durch den Einsatz von Datenanalyse und -tracking kann dabei helfen, die Effizienz und Effektivität des gesamten Rekrutierungsprozesses zu steigern und wertvolle Talente für das Unternehmen zu gewinnen.

Wo sollten Talent Sourcer aktiv sein?

Social Medial Plattformen wie:

  • Xing – bietet den TalentManager (kostenpflichtig)
  • LinkedIn – bietet Recruiter (kostenpflichtig)

Lebenslaufdatenbanken und Aggregatoren:

  • Talentwunder – Aggregator (kostenpflichtig)
  • Jede größere Jobbörse hat zwischenzeitlich eine Lebenslaufdatenbank ins Leben gerufen

Eigens Netzwerk /Talentpool:

  • Bestehende Kontakte aus aktuellen und vorherigen Suchen immer wieder auffrischen

Unternehmenspräsenz in den sozialen Medien

Viele Wege führen nach Rom, daher sollten sich Unternehmen in den sozialen Medien zeigen. Wer es versteht, sich als attraktiver Arbeitgeber darzustellen, wird viel Aufmerksamkeit erreichen und mehr Talente anziehen.

Dafür sind diese Plattformen geeignet:

  • Facebook – Unternehmensseite erstellen und regelmäßig interessante Beiträge posten
  • Instagram – Unternehmensseite erstellen und zeigen, was z. B. im Alltag des Unternehmens passiert