JOBMOTOR: DIE GRÖSSTEN UNTERNEHMEN DEUTSCHLANDS

Sind die größten Unternehmen in Deutschland tatsächlich ein Jobmotor, mit einer Garantie auf viele neue und sichere Arbeitsplätze? Und treiben Sie auch die Gesamtwirtschaft an? Ich schaue mir in diesem Artikel die DAX-Unternehmen genauer an. Die Auswahlkriterien beleuchte ich nur kurz, da diese sehr spezifisch und komplex sind. Ich konzentriere mich auf die Unternehmen selbst, die zu den TOP 5 DAX-Unternehmen gehören, hinsichtlich Kriterien wie z. B. Umsatz oder Mitarbeiteranzahl.

Definition DAX

Unternehmen, die in den DAX (Deutscher Aktienindex) aufgenommen werden, können auf eine erfolgreiche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft blicken. Insgesamt sind 30 Unternehmen im DAX geführt. Er ist das wichtigste Mitglied der DAX-Indexfamilie. Im Grunde sind darin die größten Unternehmen Deutschlands nach Umsatz, Liquidität sowie weiteren Kennzahlen aufgelistet.

Jedes Unternehmen muss bestimmte Auswahlkriterien erfüllen, damit die Aufnahme in den DAX erfolgen kann. In Zukunft werden diese Kriterien immer wieder neu geprüft und gegebenenfalls fallen Unternehmen aus dem DAX raus.

Kurzübersicht Auswahlkriterien – das sind die Grundvoraussetzungen
  • Auflistung im sogenannten Prime Standard
  • Handeln im Xetra
  • Streubesitz muss bei mindestens 10 % liegen
  • Firmensitz muss in Deutschland oder in der EU sein, wenn Handelsumsätze mit Aktien an der Frankfurter Börse getätigt werden
  • Ausreichender Indexwert

Indexberechnung erfolgt anhand von:

  • Umsatz in Xetra und im Frankfurter Parketthandel
  • Gewichtung anhand der Streubesitzt-Marktkapitalisierung

Anhand dieser komplizierten Kriterien wird festgelegt, wer zu den DAX-Unternehmen zählt.

Jobmotor – die größten Unternehmen Zahlen und Fakten

Schauen wir uns zunächst an, welche Unternehmen anhand folgender Zahlen und Fakten zu den 5 TOP-Arbeitgebern gehören:

  • Indexgewichtung
  • Aufnahmedatum
  • Mitarbeiteranzahl
  • Umsatz
  • Aktienkurs
Nach der Indexgewichtung vom Stand 30.01.2020

1.

SAP

11,95 %

2.

Linde

8,61 %

3.

Siemens

8,00 %

4.

Allianz

7,61 %

5.

Bayer

5,93 %

Nach dem letzten Aufnahmedatum

1.

MTU Aero Engines

23.09.2019

2.

Wirecard

24.09.2018

3.

Covestro

19.03.2018

4.

Vonovia

12.09.2015

5.

Continental

24.09.2012

Nach der Mitarbeiteranzahl

1.

Volkswagen

664.496

2.

Deutsche Post

550.000

3.

Siemens

379.000

4.

Daimler

298.683

5.

Fresenius

290.000

Nach dem Umsatz (in Mrd. Euro)

1.

Volkswagen

235,8

2.

Daimler

167,3

3.

Allianz

130,0

4.

BMW

97,4

5.

Siemens

83,0

Nach dem Aktienkurs vom Stand 30.01.2020

1.

Adidas

296,00

2.

MTU Aero Engines

281,40

3.

Munich Re

271,35

4.

Allianz

220,13

5.

Linde

189,15

Wer ist der Antreiber – also der Jobmotor in Deutschland

Anhand dieser Kriterien kann man ableiten, welche Unternehmen besonders positiv auffallen. Dabei erkennen wir, dass vor allem nach dem Umsatz und der Mitarbeiterzahl die großen Automobilkonzerne wie z. B. Volkswagen ganz oben stehen. Allerdings ist das nicht direkt damit verbunden, dass die Konzerne in Sachen Indexgewichtung und Aktienkurs oben stehen. Besonders SAP fällt durch die hohe Indexgewichtung auf, liegt beim Umsatz aber klar hinter den TOP 5.

Die oben beschrieben Werte ändern sich durch den Aktienhandel, die Geschäftstätigkeit und viele andere Faktoren sekündlich. Teilt beispielsweise ein DAX-Unternehmen Quartalsergebnisse mit, welche einen Verlust oder einen Umsatzrückgang beinhalten, hat dies in der Regel sofort negative Auswirkungen auf die Aktienkurse und die Indexgewichtung.

Im schlimmsten Fall können Unternehmen auch aus dem DAX herausfallen. Am 23.09.2019 musste ThyssenKrupp, ein Gründungsmitglied, nach über 30 Jahren den DAX verlassen. Die Marktkapitalisierung war nicht mehr hoch genug. Die Firma MTU Aero Engines übertraf ThyssenKrupp und wurde noch am selben Tag in den DAX aufgenommen.

Wo sind die großen Unternehmen beheimatet

Statt den Kennzahlen, sehen wir jetzt mal wo die Unternehmen beheimatet sind und welche Branchen angesprochen werden. Dabei gibt es klare Auffälligkeiten.

Welche Branche führt an

Branchentechnisch sind viele unterschiedliche Branchen vertreten. 22 Branchen decken die DAX-Unternehmen insgesamt ab, darunter sind die meisten Firmen in folgenden Branchen zu finden:

  1. Chemie

Die Chemiebranche liegt ganz klar auf dem 1. Platz. 5 Unternehmen (Covestro, BASF, Merck, Bayer und Henkel) kommen aus der Chemiebranche und sind dort fest verankert. In der Branche werden oft die höchsten Gehälter bezahlt und diese gilt als eine der sichereren Branchen in Deutschland. Viele Mitarbeiter sind dort Jahrzehnte beschäftigt und haben sonst in keinem anderen Unternehmen gearbeitet.

  1. Automobilproduktion

Mit Daimler, Volkswagen und BMW sind 3 DAX-Unternehmen der Automobilproduktion zuzuordnen. Allgemein aus der Automobilbranche kann auch der Automobilzulieferer Continental dazugezählt werden. Diese Konzerne gelten als Jobmacher und Jobmotor in Deutschland. Volkswagen beschäftigt noch heute die größte Anzahl an Mitarbeitern in Deutschland. Dies ist auch für die Wirtschaft Deutschlands von besonderer Bedeutung. Durch den Dieselskandal werden die Entwicklungen in den Automobilkonzernen aber derzeit mit Sorge beobachtet und viele befürchten langfristig eine Rezession in der Branche, welche teils jetzt schon zu spüren ist. Dann sind auch Jobs in Gefahr und die schwierige Situation könnte sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken.

  1. Pharmaindustrie

Teilweise sprechen die Konzerne auch andere Branchen an, so können Bayer und Merck neben der Chemie auch zur Pharmabranche gezählt werden.

Welche Region ist besonders stark vertreten

Bei den Regionen lässt sich ein klares Bild ableiten. Wir schauen uns genauer an, welche DAX-Unternehmen in welchem Bundesland ihren Sitz haben.

Bayern 9
Nordrhein-Westfalen 9
Hessen 4
Baden-Württemberg 3
Niedersachsen 2
Berlin und Irland* 1
Hamburg 1
Rheinland-Pfalz 1

*Die Firma Siemens hat ihren Sitz sowohl in Berlin als auch in München. Linde hat den Hauptsitz in Irland, ist aktienmäßig aber an der Frankfurter Börse tätig und kann deswegen auch als DAX-Unternehmen gezählt werden.

 

Auffällig an der Verteilung nach Regionen ist, dass kein Unternehmen seinen Hauptsitz in den neuen Bundesländern bzw. im Osten Deutschlands hat. Lediglich Siemens hat einen Hauptsitz neben München auch in Berlin. Ganz vorne sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern. Mehr als die Hälfte aller DAX-Unternehmen haben dort ihren Sitz. Städtebezogen hat München hier den ersten Platz inne. 4 Firmen haben dort ihren Hauptsitz. Alle DAX-Unternehmen mit Sitz in NRW befinden in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Mit Henkel hat ein Unternehmen seinen Sitz in Düsseldorf.

Insgesamt lässt sich folgendes Bild festhalten: Die meisten DAX-Unternehmen haben im Süden und Westen Deutschlands ihren Hauptsitz. Dazu kommen noch einige wenige aus dem Norden, während der Osten Deutschlands überhaupt nicht vertreten ist.

Jobmotor – Welches Personal wird gesucht

Da es sich bei den DAX-Unternehmen mit um die größten Unternehmen in Deutschland handelt, wird Personal in sehr vielen verschiedenen Bereichen gesucht. Vom gewerblichen bis zum kaufmännischen Personal wird alles gebraucht. Je nach Branche überwiegt aber eher das gewerbliche Personal. Bei Bayer werden eher Chemikanten als Buchhalter gesucht. Aber das kann von Unternehmen zu Unternehmen und je nach Bedarf auch variieren. Überall wird Personal in den Bereichen Finance, Legal und Office Management gesucht.

Die DAX-Unternehmen sind im Grunde mit der Region gewachsen. Städte wie München oder Stuttgart sowie die Metropolregion Rhein-Ruhr sind sehr stark gewachsen und haben in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, dass dort heute die meisten großen Unternehmen ansässig sind und auch den höchsten Personalbedarf haben. Es gibt jedoch auch Untersuchungen demzufolge familiengeführte Unternehmen die Jobmotoren der Wirtschaft sind.

Während sich der DAX mit den größten Unternehmen befasst, werden im MDAX und SDAX mittelständische und kleinere Unternehmen gelistet, die ich in gesonderten Beiträgen genauer unter die Lupe nehmen möchte.

Quelle:

Börsenwissen

Börse

Wiki

Diesen Artikel hat geschrieben:

Angelo Salzmann

Angelo arbeitet seit 2012 bei uns im Unternehmen. Er studiert nebenberuflich Betriebswirtschaft in Düsseldorf.

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